Definition Entzundern

Stahl entzundert und gezundert


Was ist Entzundern?

Beim Entzundern wird die Zunderschicht vom Metallprodukt entfernt. Zunder 
ist der Fachbegriff für eine Eisenoxidschicht, die durch den Kontakt mit
Sauerstoff beim Legierungsprozess mit hohen Temperaturen im Hochofen
entsteht (Verzunderung). Das Material, was hier vom Ursprungsmetall
verloren geht, nennt man  Abbrand.

Entzunderte Metalle sind zum Beispiel Stahl und Edelstahl, Rohstahl mit
Zunder nennt man hingegen auch Schwarzstahl.

Reinigungsprozess – Warum Entzundern?

In erster Linie werden Stahl und Eisen entzundert, um die Oberfläche zu reinigen für die Weiterverarbeitung, damit der Zunder im Warmwalzverfahren nicht in das Metall eingewalzt wird. Entzundern bringt also mehr Qualität in das Produkt und beeinflusst die Optik.

Zudem können die Maschinen entzundertes Blech effizienter weiterverarbeiten.
Um dem Stahl verbesserte Eigenschaften zu verleihen, wie z.B. Korrosionsbeständigkeit, wird es typischerweise vorher entzundert.

Lochblech Edelstahl Stahl

Wie werden Werkstücke entzundert? 

Es gibt unterschiedliche Verfahren zum Entzundern einer metallischen Platte. Grob können diese in vier Bereiche aufgeteilt werden: Mechanisch, thermisch, chemisch und elektrochemisch.

Das mechanische Entzundern erfolgt trocken durch Bürsten oder nass durch Hochdruckwasserstrahlen in einem Zunderwäscher in Warmwalzanlagen. Thermisches Entzundern erfolgt hingegen durch Flammstrahlen. Zu den chemischen Verfahren gehören zum Beispiel das Beizen in Salzsäure oder Schwefelsäure. Beim elektrochemischen Entzundern wird das Metall in ein stromleitendes Bad getaucht.
Mehr zum Entzundern erfährst Du hier: Entzunderter Stahl Materialwissen.

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